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Thema: Diverses: Alles über das Internet - Störungen [Internetausbau usw.] !

  1. #1
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    Diverses: Alles über das Internet - Störungen [Internetausbau usw.] !

    Bundesregierung: Rechtsanspruch auf schnelles Internet kaum zu realisieren !

    Die Bürger in Deutschland sollen einen Rechtsanspruch auf einen schnellen Internetzugang erhalten, lautete zuletzt ein Vorschlag aus den Reihen der CDU.
    Doch in der Praxis lässt sich so eine gesetzliche Verpflichtung nur schwer realisieren, erklärt nun die Bundesregierung laut einem Bericht des Spiegel.

    In einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag schreibt Dorothee Bär (CSU), parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, dass so ein Vorhaben nicht mit dem EU-Recht vereinbar wäre.
    Dieses würde „europarechtliche Vorgaben für den Universaldienst und die Technologieneutralität“ widersprechen.

    Der Rechtsanspruch auf einen schnellen Internetzugang ist eine der Forderungen in einem Positionspapier der CDU, das am Anfang Juli vorgestellt wurde.
    Bis dato lautet das Ziel in der digtalen Agenda der Bundesregierung, bis 2018 eine flächendeckende Verfügbarkeit von Anschlüssen mit 50 Mbit/s zu erreichen.
    Zudem sei jedoch auch ein Rechtsanspruch für so einen Internetzugang erforderlich, um „gleichwertige Lebensverhältnisse zu gewährleisten“, damit „jeder an den Chancen der Informationsgesellschaft teilhaben kann“.
    Ebenso müssten Unternehmen „überall in Deutschland über schnelles Internet verfügen“.

    Solche Pläne sind im Prinzip nicht neu, bereits in der Vergangenheit haben sich SPD und Grüne für ähnliche Vorhaben ausgesprochen.
    Und erst in der letzten Woche forderten etwa die Grünen-Politiker Alexander Bonde, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, und der Bundestagsabgeordnete Malte Spitz, dass der Glasfaserausbau auch auf dem Land vorangetrieben werden muss.
    Das Ziel müsse sein, dass „der Ländliche Raum hier auf Augenhöhe mit den Metropolen ist“.

    Allerdings bestehen dabei die Probleme, die typisch sind für den Breitbandausbau in Deutschland.
    Denn bis dato wird nicht genau vorgeschrieben, mit welcher Technologie der Ausbau von schnellen Internetanschlüssen vorangetrieben werden soll.
    Daher kritisierte zuletzt etwa der deutsche Landkreistag, dass Provider wie die deutsche Telekom auf dem Land vor allem auf die Vectoring-Technologie setzen, um die bestehenden Kupferleitungen zu verbessern.
    Der Glasfaserausbau erfolge hingegen nur fragmentarisch.

    Das Problem ist nun: Der Glasfaserausbau kostet wesentlich mehr als der Einsatz von Vectoring-Technologie oder LTE – vor allem in dünn besiedelten Regionen, in denen die Investitionen in die Leitungen von weniger Haushalten getragen werden.
    Und da bei der finanziellen Förderung des Breitbandausbaus immer noch etliche Fragezeichen bestehen, werden derzeit Vectoring und LTE bevorzugt.
    Zumal dieser Technologie-Mix ausreicht, um das aktuelle Breitbandziel der Bundesregierung zu erreichen – selbst wenn diese nicht so zukunftsfähig sind, wie es etwa bei einem FTTH-Konzept der Fall wäre.


    Geändert von collombo (20.08.15 um 19:45 Uhr)
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    'Immer mehr Senioren verschwinden spurlos im Internet,weil sie
    aus Versehen die Tasten 'ALT' und 'ENTFERNEN' drücken.'

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  2. #2
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    Sechs DSL- und Kabel-Anbieter im Vergleich !

    Die Zeitschrift "connect" hat die größten und bekanntesten DSL- und Kabel-Anbieter einem Test unterzogen.
    Dabei wurde vor allem die Qualität der Sprach- und Datenverbindungen geprüft.
    Der Sieger des Vorjahres, die Telekom, musste den ersten Platz abgeben.

    Haar (red) - Die Fachzeitschrift "connect" hat erneut sechs DSL- und Kabel-Anbieter mit Hilfe des Unternehmens Zafaco einem großen Vergleichstest unterzogen.
    Zu diesem Zweck haben die Rechner von Zafaco vier Wochen lang rund 1,7 Millionen Testverbindungen von 36 Standorten aufgebaut.

    Unitymedia auf dem letzten Platz
    Auf dem 6. und letzten Platz (Urteil "befriedigend": 333 Punkte) im Test-Ranking landet Unitymedia.
    So haben Schwächen in der Disziplin "Sprache" zu einer Abwertung geführt, insbesondere sehr lange Sprachlauf*zeiten innerhalb des eigenen All-IP-Netzes sind den Testern negativ aufgefallen.
    Bei Up- und Downloads sowie bei Telefonverbindungen unter Datenlast konnten keine Auffälligkeiten feststellt werden, allerdings steigen die Antwortzeiten, beispielsweise bei der Initialisierung ei*nes HD-Videoabrufs, zur Feierabendzeit deutlich an.
    Das passiert offenbar, weil viele Nutzer vor allem Abends Videos abrufen.
    Im Vorjahr erreichte der Kabelnetzbetreiber (allerdings noch ohne Kabel BW) den 2. Platz.

    "Befriedigend" für Kabel Deutschland und Vodafone
    Mitbewerber Kabel Deutschland erreicht mit 348 Punkten ("befriedigend") den 5. Platz.
    Die Vodafone-Tochter kann in punkto Qualität der Sprachverbindungen überzeugen, verliert aber laut den Messungen in allen Datendisziplinen Punkte.
    "Connect" bemängelt schlechtere Leistungen bei den Webservices, überdurchschnittlich hohe Auflösungszeiten bei der Bearbeitung von DNS-Anfragen sowie lange Antwortzeiten beim Abruf von HD-Videos.

    Das Ergebnis ("befriedigend" / 374 Punkte) des Anbieters Vodafone liegt knapp auf dem Niveau des letzten Jahres.
    Vor allem lange Sprachlaufzeiten waren Schwachpunkte bei Testverbindungen aus dem Vodafone-Mobilfunknetz ins ei*gene All-IP-Festnetz.
    Darüber hinaus hat Zafaco auch hohe DNS-Auflösungszeiten beklagt.
    Internet-TV konnten die Tester dank kurzer "Rebuffering"-Zeiten und überzeugender Bildqualität hingegen gute Leistungen bescheinigen.

    Telekom nicht mehr Spitzenreiter
    Die Bronzemedaille ("gut") bekommt o2/Telefónica für insgesamt 397 Punkte.
    Der Anbieter erreicht Top-Werte in den Kategorien Downloads und -Uploads, Webdienste und Web-TV.
    Bei Anrufen innerhalb des eigenen All-IP-Netzes strauchelt o2/Telefónica aber: So braucht der Aufbau eines Anrufes 1,5 Se*kunden, die längste Dauer aller getesteten Anbieter.

    Die Deutsche Telekom muss sich in diesem Jahr mit dem 2. Rang zufrieden geben ("gut" / 417 Punkte).
    Einer der Gründe ist der standard*mäßig gelieferte Router Speedport W724V, der laut Test unter Volllast beispielsweise nicht mit einer Fritz!box 7490 mithalten kann.
    Bei den Kerndisziplinen "Sprache" und "Daten" gibt sich die Telekom aber keine Blöße.
    So erreichten Mobilfunk- und IP-Telefonie sehr gute Werte, schnelle Antwort*zeiten beim Starten von Up- oder Downloads sprechen laut Test für das Telekom-Netz.

    Testsieger 1&1 liefert sehr gute Qualität
    Der neue Spitzenreiter mit komfortablen 449 Punkten ("sehr gut") ist 1&1.
    Beim Netzeinkauf bei den Mitbewerben beweist das Unternehmen offenbar ein glückliches Händchen.
    Die Sprachqualität des erfahrenen VoIP-Anbieters schneidet sehr gut ab, eine Aufbauzeit von 0,54 Sekunden im eigenen VoIP-Netz sprechen für sich.
    Für die beste Datenleistung sorgt laut Zafaco unter anderem auch der 1&1 "Homeserver", der auf der Fritz!box 7490 basiert.
    Auch bei Webservices, Web-TV sowie Upload- und Download-Raten konnte der Anbieter die Tester überzeugen.





    Testsieger 1&1
    wer soll das Glauben ?
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  3. #3
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    450 Millionen für FTTH-Ausbau von Deutsche Glasfaser !

    Die Investmentfirmen KKR und Reggeborgh werden in den kommenden Jahren gemeinsam den Ausbau des Netzes der Deutsche Glasfaser vorantreiben und planen dafür rund 450 Millionen Euro zu investieren.
    Im Zuge der Vereinbarung wird KKR von Reggeborgh einen Mehrheitsanteil an Deutsche Glasfaser übernehmen.

    Das 2012 von Reggeborgh gegründete Unternehmen plant, baut und betreibt in Deutschland Glasfasernetze und ist insbesondere auf ländliche Gebiete fokussiert und derzeit in verschiedenen Landkreisen in Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein tätig.
    Dort versorgt Deutsche Glasfaser nach eigenen Angaben rund 100.000 Haushalte und Unternehmen mit schnellen FTTH-Anschlüssen, über die Internet, Telefon und Fernsehen angeboten werden.

    Mit den neuen finanziellen Mitteln soll noch im Laufe des Jahres der beschleunigte Ausbau in weiteren Gebieten beginnen.
    Da dabei keine Gelder aus öffentlichen Kassen zum Einsatz kommen, müssen für einen Netzausbau durch Deutsche Glasfaser mindestens 40 Prozent der Haushalte in einem Einzugsgebiet einen eigenen Anschluss beauftragen, bevor es zum Ausbau kommt.

    KKR ist im Glasfaser-Geschäft ebenfalls kein Neuling.
    Die Investmentgesellschaft war über eine Tochter zeitweise Besitzer des Telekommunikationsanbieters Versatel, der nach der Telekom das zweitgrößte Glasfasernetz Deutschlands unterhält.


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  4. #4
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    Deutschlands Osten droht beim Breitbandausbau abgehängt zu werden !

    Während in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen wenigstens noch knapp die Hälfte der Haushalte bis zu 50 MBit/s bekommt, sind es in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg deutlich unter 40 Prozent.
    Stefan Heng, Senior Economist bei Deutsche Bank Research, sieht darin einen deutlichen Standortnachteil und fürchtet, dass sich die digitale Spaltung der Bevölkerung verstärkt.

    Bei den regelmäßigen Berichten von Akamai zum Stand der Breitbandversorgung sowie in Berichten von Organisation wie dem FTTH Council, einer Lobby-Gruppe für den Glasfaserausbau, schneidet Deutschland im internationalen Vergleich, was die Versorgung mit Breitbandanschlüssen angeht, seit Jahren regelmäßig bestenfalls mittelmäßig ab.
    Daran haben auch die ebenso regelmäßig wiederholten Absichtserklärungen der Politiker, den Breitbandausbau fördern zu wollen, nichts geändert.

    Allerdings ist die Situation noch viel gravierender, als es diese, immer auf die gesamte Staatsfläche bezogenen Berichte vermuten lassen.
    Denn während einige Bundesländer, etwa Nordrhein-Westfalen, aber auch Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, zumeist vergleichsweise gut versorgt sind, sieht es in anderen, insbesondere Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen besonders düster aus.
    Dort können derzeit nicht einmal 40 Prozent der Haushalte die von der Politik als künftige Untergrenze ausgegebenen 50 MBit/s bekommen.

    “Bei der Überbrückung systemimmanenter Wirtschaftlichkeitslücken muss der Staat einspringen, wenn auch solche Projekte vorankommen sollen.
    Die zusätzlich über den Bundeshaushalt und die aktuellen Erlöse aus der Digitalen Dividende II bereitgestellten Fördergelder sollten Impulse für den Ausbau setzen”, fordert daher jetzt Stefan Heng, Senior Economist bei Deutsche Bank Research.

    Heng gibt allerdings auch zu bedenken, dass trotz staatlicher Hilfen immer auch klar sein, müsse, “dass der Ausbau nur dann überhaupt profitabel sein kann, wenn zu den modernen Netzen auch die modernen Dienste hinzukommen.”
    Ihm zufolge liefert Deutschlands Mittelmäßigkeit bei der Breitbandversorgung “durchaus Anlass zur Sorge um das absehbare ökonomische Potenzial und damit auch um die gesellschaftlichen Entwicklungen der Volkswirtschaft.”


    Die Politik hat zwar ambitionierte Ziele zum Breitbandausbau in der Fläche formuliert, allerdings sind Zweifel daran, ob die realistisch sind, durchaus angebracht.
    Die EU-Kommission will, dass bis 2020 alle Haushalte mindestens eine Downloadgeschwindigkeit von 30 MBit/s erhalten, mindestens die Hälfte soll sogar mit wenigstens 100 MBit/s surfen können.
    Die Bundesregierung hat als Ziel ausgegeben, dass in Deutschland bis 2018 alle Haushalte mit mindestens 50 MBit/s angeschlossen werden.
    Nach Schätzungen des TÜV Rheinland könnte dies, je nach technischer Ausführung, mehr als 90 Milliarden Euro kosten.

    Geschickter Schachzug der Politik: Sie lastet die Kosten dafür überwiegend privatwirtschaftlichen Unternehmen auf.
    Fördermittel, wie sie jetzt aufgrund der Lizenzauktion nach der Digitalen Dividende II zur Verfügung stehen erscheinen nur auf den ersten Blick viel, relativieren sich aber angesichts der Gesamtkosten.
    Die logische Folge ist, dass der Ausbau in dicht besiedelten, wirtschaftlich starken Regionen durchaus vorankommt, da dort die Netzbetreiber ihren Ausgaben auch potenzielle Einnahmen gegenüberstellen können, was die Investitionen wirtschaftlich sinnvoll macht.

    In den wirtschaftlich schwachen, ländlichen Regionen gibt es laut Heng dagegen “große systemimmanente Herausforderungen bezüglich der Profitabilität – speziell in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburgs oder auch der Oberpfalz.”
    Er fordert daher: “Bei der Überbrückung der Wirtschaftlichkeitslücke muss der Staat mittels Beteiligungen und Subventionen einspringen, wenn auch solche Projekte vorankommen sollen.”

    Ganz entzieht sich der Staat dieser Verantwortung auch nicht.
    Allerdings werden die vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur über den Bundeshaushalt bereitgestellten Fördergelder im Rahmen der Förderprogramme der Bundesländer recht unterschiedlich eingesetzt.
    Laut Heng stellt beispielsweise Bayern im Rahmen seiner Breitbandpläne 1,5 Milliarden Euro an Landesmitteln bereit.
    Hessen hingegen will das gleiche Ziel, die flächendeckende Versorgung mit wenigstens 50 MBit/s, mit lediglich 350 Millionen Euro erreichen – und begründet das damit, dass die “hocheffizient” eingesetzt würden.

    Heng sieht daher nicht nur Bedarf für mehr staatliche Impulse zum Breitbandausbau, sondern fordert auch, dass diese koordiniert und mit Augenmaß“ eingesetzt werden müssten, um “irreversible aktionistische Eingriffe zu vermeiden”.
    An die Adresse der Netzbetreiber richtet er die Aufforderung, bei der Diskussion künftig den Schwerpunkt nicht mehr auf Technik und Kabel, sondern auf moderne Dienste zu legen – “von der fortschreitenden Automatisierung bei Wertschöpfung und Gebäudeausstattung über Cloud Computing bis hin zu Augmented Reality und hochqualitativen Entertainment-Angeboten”, die auch für Kunden in den bislang wenig versorgten Gebieten attraktiv seien.
    Denn Kunden hätten immer weniger die Technik selbst, sondern immer stärker die Dienste im Blick, die die Technik ermöglichen soll.



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    VDSL Vectoring: NetCologne schaltet erste Kabelverzweiger für 100 Mbit/s frei !

    Der Telekommunikationsanbieter NetCologne hat die ersten 1.200 Kabelverzweiger für VDSL2-Vectoring freigeschaltet, das gegenüber VDSL2 eine Verdoppelung der Downloadraten auf bis zu 100 Mbit/s erlaubt.
    Gleichzeitig können die Upload-Raten von maximal 10 auf bis zu 40 Mbit/s gesteigert werden.

    Das neue Angebot betrifft zunächst rund 200.000 Haushalte in Leverkusen, Pulheim, Wesseling, Elsdorf, Kerpen, Bergheim, Bedburg, Bergisch Gladbach, Niederkassel, Burscheid, Windeck, Eitorf und Betzdorf sowie den Kölner Stadtteilen Weiden, Lövenich, Rondorf, Hochkirchen und Godorf.

    Bis Mitte 2016 sollen darüber hinaus die Ausbauarbeiten in Dormagen, Hürth, Frechen, Erftstadt, Bornheim, Brühl und Alfter abgeschlossen sein, die weiteren 200.000 Haushalten Zugang zu Vectoring-Anschlüssen ermöglichen.
    Zusätzlich zur Anbindung der Kabelverzweiger per Glasfaserkabel wird dazu in den Technikkästen am Straßenrand ein Prozessor installiert, der die Störsignale zwischen den in die Haushalte führenden Kupferkabeln in Echtzeit korrigiert und dadurch eine Steigerung der Übertragungsraten ermöglicht.

    Eine Nebenwirkung des Vectorings ist jedoch, dass jeweils nur ein Anbieter einen Kabelverzweiger nutzen kann und die Konkurrenten dann auf Vorleistungsprodukte angewiesen sind.
    Dies hat insbesondere im Zusammenhang mit den Vectoring-Plänen der Deutschen Telekom zu Kritik von Seiten der Konkurrenz und der Länder geführt.
    Diese fürchten eine Zementierung der Vormachtstellung der Telekom und negative Auswirkungen für den flächendeckenden Glasfaserausbau, wenn Gelder in den Ausbau von Kupferkabel-basierten Anschlüssen fließen.

    NetCologne sieht Vectoring – ähnlich wie die Deutsche Telekom – jedoch als legitimen Zwischenschritt zum perspektivisch unumgänglichen Glasfaserausbau bis in die Haushalte (FTTH), um möglichst schnell möglichst vielen Kunden Transferraten von bis zu 100 Mbit/s bieten zu können.
    Die Anbindung der Kabelverzweiger an die Glasfasernetze sei ein erster Schritt dahin, um auch die letzte Meile von Kupfer- auf Glasfaserkabel umzustellen, wie NetCologne-Geschäftsführer Jost Hermanns betont.


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    Der Machtkampf um die Vorherrschaft im Internet !

    Es ist Nacht, die Kamera fährt auf eine kleine Bar mit großem Schaufenster.
    Die Straße ist von einer kleinen Straßenlaterne und den Lichtspiegelungen auf dem noch nassen Boden erleuchtet.
    Mit quietschenden Reifen rauschen zwei Lincoln um die Ecke, die Insassen entleeren die Magazine ihrer Tommy-Guns im Vorbeifahren vollständig.
    Zurück bleibt die kleine Bar, zerlegt in Schutt und Asche.
    Ein klassisches Mafiafilmszenario.

    Ähnlich durchlöchert ist nun auch die Netzneutralität, nachdem sich EU-Gremien auf einen Kompromiss verständigt haben – das befürchten zumindest Netzaktivisten.
    Denn die EU reklamiert zwar für sich, dass mit diesem Gesetzespaket das offene Internet gesichert werde.
    Allerdings wird die Netzneutralität als solche mit keinem Wort erwähnt.
    Stattdessen lauten die Kernpunkte des EU-Beschlusses:

    Offenes Internet: In Europa sollen alle Bürger und Unternehmen einen gleichberechtigten Zugang zum Internet erhalten.
    Abgesehen vom Traffic-Management und rechtlichen Vorgaben wird Netzbetreibern das Blockieren und Drosseln von Inhalten untersagt.
    Ebenso sind kostenpflichtige Bezahldienste („paid prioritisation“) verboten.
    Spezialdienste: Ausnahmeregelung, die den Netzbetreibern die Einführung von Sonderdiensten mit gesicherter Netzqualität ermöglicht.
    Allerdings sind diese nur gestattet, wenn das offene Internet nicht beeinträchtigt wird.
    Zero-Ratings: Netzbetreibern ist es grundsätzlich gestattet, den Traffic von bestimmten Internetdiensten nicht auf begrenzte Datenkontingente anzurechnen.
    Entsprechende Abkommen wie das zwischen der Deutschen Telekom und Spotifiy im Mobilfunkbereich sind also weiterhin möglich.

    Auf den ersten Blick wirken diese Vorgaben einleuchtend, doch der Teufel steckt wie so oft im Detail.
    So sehen die EU-Pläne zwar vor, dass die Netzbetreiber ein qualitativ hochwertiges und offenes Internet sicherstellen sollen.
    Was genau aber damit gemeint ist, wird nicht gesagt.
    Neben der Anschlussgeschwindigkeit sollen zwar auch Quality-of-Service-Aspekte eine Rolle spielen, technische Details oder konkrete Zahlen fehlen allerdings.

    So bleibt es lediglich bei dem Vorsatz, dass der Datenverkehr grundsätzlich gleich behandelt werden soll.
    Nur: Mit den Spezialdiensten sind manche Daten gleicher als andere.
    Denn diese gehen immer mit einer zugesicherten Übertragungsqualität einher, die das offene Internet im Zweifel nicht bieten kann – und für die Provider separate Gebühren erheben können.

    Die Befürchtung lautet nun:
    Da vor allem die Spezialdienste ein lukratives Geschäftsmodell bieten, werden diese von den Providern gefördert, während das offene Internet zur Datenrestrampe verkümmert.
    Im Worst-Case-Szenario bedeutet das: Das Internet wird zerstückelt, sodass etwa Streaming-Angebote, Online-Gaming oder selbst VoIP-Dienste nur noch nutzbar sind, wenn man die entsprechenden Angebote der Provider gebucht hat.

    Spezialdienste sind eine Art netzpolitischer Sprengstoff, der das Potential hat, im Falle einer Explosion das bis dato bestehende Internet zu zerfetzen.
    Eine Gefahr, die offenkundig auch den EU-Gremien bewusst ist.
    Denn sie haben zwar den Wünschen der Provider entsprechend Spezialdienste zugelassen, doch es existieren Grenzen: So sollen diese Angebote etwa nur erlaubt sein, wenn sie nötig sind.
    Und sie dürfen keinen Ersatz für den herkömmlichen Internetanschluss darstellen.
    Zudem sollen Spezialdienste nur dann möglich sein, wenn die Netzkapazitäten neben dem offenen Internet ausreichend sind.

    Zwischen Notwendigkeit und Luftschlössern
    Die Provider weisen solche Vorwürfe zurück.
    Es gehe nicht darum, ein Zwei-Klassen-Internet zu schaffen.
    So erklärt etwa VATM-Geschäftsführer Grützner, man unterstütze „sowohl den Erhalt von Best Effort als auch die Möglichkeit, qualitätsgesicherte Spezialdienste anzubieten“.
    Und diese wären eine technische Notwendigkeit.
    Die Datenmenge, die übermittelt werden muss, wachse in den nächsten Jahren rapide an.
    Zudem komme es nicht mehr auf den reinen Datentransfer an, da die Netze sich weiter entwickeln und Anwendungen immer komplexer werden – etwa durch vernetzte Produktionsprozesse im Rahmen des Industrie-4.0-Konzepts, das Internet der Dinge sowie intelligente Verkehrsleitsysteme.
    Daher wäre die Downloadrate in Zukunft auch nicht mehr das einzige Kriterium für die Qualität eines Internetzugangs, erklärt der Provider-Verband VATM.

    So werden etwa für IPTV-Dienste und Streaming-Services – vor allem in Zeiten von 4k-Auflösungen – neben hohen Downloadraten auch niedrige Jitter-Fehlerraten benötigt.
    Auf diese wären auch VoIP-Gespräche oder Online-Videokonferenzen angewiesen.
    Unternehmen sind im Cloud-Zeitalter zudem auf schnelle Uploads angewiesen.
    Und für sicherheitsrelevante Anwendungen wären zudem niedrige Latenzen erforderlich.

    Auch das Online-Gaming ist ein vielversprechender Sektor für die Netzbetreiber.
    Spielern könnte etwa im Rahmen von Spezialdiensten eine besonders niedrige und stabile Ping-Rate garantiert werden.
    Viel konkreter werden die Vorschläge allerdings nicht.
    Doch angesichts der bisherigen Ankündigungen wären etwa Spiele-Streamig-Dienste wie PlayStation Now oder Nvidia Grid prädestiniert für solche Angebote.
    Selbst wenn das mittlerweile von Sony gekaufte Start-Up OnLive keinen Erfolg hatte, ist das Modell interessant.
    Denn die Spiele werden nicht mehr zu Hause auf dem Rechner oder der Konsole berechnet, sondern in den Rechenzentren des Anbieters.
    Die Eingaben des Spielers werden also zunächst an den Server geschickt, zurück kommen dann die fertig berechneten Bilder.
    Damit dieses Konzept funktioniert, sind niedrige Latenzen erforderlich – und diese könnten Netzbetreiber mit einem Spezialdienst gewährleisten.

    Der große Haken an dieser Argumentation ist allerdings: Bislang sind die Spezialdienste lediglich Luftschlösser, selbst auf Nachfrage können bislang noch keine konkreten Projekte genannt werden.
    Es gilt lediglich das Versprechen der Provider, dass neue „innovative Anwendungen“ entwickelt werden, wenn erst einmal der rechtliche Rahmen steht.
    Hinzu kommt: Anwendungen wie etwa IPTV oder Streaming-Dienste, die bislang als Beispiel für Spezialdienste genannt werden, existieren bereits heute und funktionieren auch im offenen Internet, ohne dass die Netzbetreiber eine bestimmte Übertragungsqualität für eine Extragebühr gewährleisten müssten.
    Daher lautet auch einer der Kritikpunkte, dass es weniger um neue Dienste, sondern vielmehr um ein neues Geschäftsmodell gehe.
    So schreibt etwa der EU-Parlamentarier Michel Reimon in einem Blog-Beitrag: „In den Verhandlungen konnte keine Partei eine Anwendung nennen, die diese Spezialdienste braucht und die es nicht jetzt schon gibt.
    Tatsächlich geht es darum, Film-, TV- und Musikstreaming sowie Sprachtelefonie zu kostenpflichtigen Zusatzdiensten zu machen, an denen die Telekom-Unternehmen (mit)verdienen.“

    Die Frage ist nun: Werden solche Pläne nicht ohnehin verhindert, solange die Spezialdienste durch ein – wie es im EU-Sprech heißt – „qualitativ hochwertiges und offenes Internet“ ergänzt werden?
    Die Antwort von Befürwortern der Netzneutralität wie der Bürgerrechtsgruppe Digitale Gesellschaft fällt eindeutig aus: Nein, man könne schlicht nicht zwischen einem offenen Internet und Spezialdiensten unterscheiden.
    Ein Kernproblem ist etwa, dass die EU nicht genau festlegt, was unter einem qualitativ hochwertigen und offenen Internet zu verstehen ist.
    Die Befürchtung lautet nun: Aufgrund dieser vagen Vorgaben drohe allein auf technischer Ebene eine wachsende Kluft.
    Denn die Provider hätten allein aus marktwirtschaftlicher Logik eher ein Interesse, dass Spezialdienste besser ausgebaut werden, wenn diese erst einmal etabliert sind.
    „Es ist zu erwarten, dass Telekommunikationsanbieter mehr in Spezialdienste als in das offene Internet investieren, sodass das offene Internet technisch immer weiter ins Hintertreffen gerät“, sagt Volker Trapp von der Digitalen Gesellschaft im Gespräch.

    Ein weiteres Problem ist die schwammige Definition für Spezialdienste.
    Per se sollen sie nur möglich sein, wenn Online-Anwendungen und Inhalte eine bestimmte Qualität bei der Datenübertragung benötigen, die über das offene Best-Effort-Internet nicht gewährleistet werden kann.
    Wie diese Qualität in der Praxis aussehen muss, bleibt allerdings unklar.
    Für Provider biete sich laut einer Analyse der Digitalen Gesellschaft nun die Möglichkeit, ein willkürliches Qualitätslevel für bestehende Dienste wie VoIP oder IPTV festzulegen, um diese als kostenpflichtigen Spezialdienst realisieren zu können.

    Machtkampf um das Internet
    Ein weiteres Problem bei den Spezialdiensten: Die Grenzen zwischen Provider und Internetdiensten verschwinden.
    Bereits heute bietet die Deutsche Telekom mit Entertain ein Triple-Play-Paket, das zusätzlich zu dem Internetanschluss noch IPTV sowie den Video-on-Demand-Dienst Videoload beinhaltet.
    Problematisch ist das mit dem Blick auf die Zero-Ratings, die es den Providern ermöglichen, dass bestimmte Dienste nicht auf die Traffic-Kontingente der Nutzer angerechnet werden.
    Dies verdeutlichte bereits der Streit um die Drossel-Pläne der Telekom im Jahr 2013, die besagten: Pro DSL-Anschluss ist nur ein bestimmter Datenverbrauch möglich, bis die Geschwindigkeit der Leitung gedrosselt wird.
    Ursprünglich sollte dies aber nur für den herkömmlichen Anschluss gelten, die Dienste aus dem Entertain-Paket wollte der Konzern zuerst außen vor lassen.
    Auf diese Weise hätte das Angebot einen erheblichen Vorteil gegenüber konkurrierenden Diensten gehabt.
    Mittlerweile hat der Konzern die Pläne zwar fallen gelassen, doch deutlich wird, dass entsprechende Befürchtungen nicht komplett aus der Luft gegriffen sind.

    Darüber hinaus argwöhnen Befürworter der Netzneutralität: Wenn keine strikte Gleichbehandlung des Datenverkehrs vorgeschrieben ist, hätten Netzbetreiber angesichts dieser Ausgangslage ein besonderes Interesse, den eigenen Traffic bevorzugt zu behandeln – und im Umkehrschluss den von konkurrierenden Plattformen zu benachteiligen.

    Trotz aller Kritik: Dass die Provider Angebote wie Entertain in Zukunft sogar noch forcieren wollen, ist nachvollziehbar.
    Denn das klassische Telefongeschäft leidet unter VoIP-Diensten wie Skype, während das SMS-Geschäft von Instant-Messenger wie WhatsApp kannibalisiert wird.
    Generell lautet die Lesart von europäischen Netzbetreibern wie der Deutschen Telekom: Die europäische Digitalwirtschaft sitzt auf dem absteigenden Ast.
    Vor allem im Vergleich zu den amerikanischen und asiatischen Branchengrößen drohen die hiesigen Unternehmen in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.
    So können europäische Online-Dienste bei Weitem nicht mit den Umsätzen der amerikanischen Internetriesen mithalten, die mittlerweile sogar Ex-Monopolisten wie die Deutsche Telekom abgehängt haben – denn auch diese verzeichnen in den letzten Jahren nur stagnierende Umsätze.
    So erklärte Telekom-Sprecher Philipp Blank bereits im letztes Jahr : „Unsere Branche schrumpft, während wir Milliarden [in die Netze] investieren müssen.
    Die Inhalteanbieter müssen sich stärker am Ausbau beteiligen.“

    Der Vorwurf richtet sich vor allem gegen die amerikanischen Internetriesen wie Google, Facebook und Netflix.
    Er lautet: Diese Konzerne verursachen einen Großteil des Datenverkehrs und erwirtschaften damit Milliardengewinne, während die Provider den Breitbandausbau stemmen müssen.
    Eine Sichtweise, die man auf Seiten der Internetanbieter erwartungsgemäß nicht teilt.
    „Wir sollten nicht für eure Netze zahlen müssen, wenn ihr nicht für unsere Inhalte zahlt“, erklärte etwa Netflix-Chef Reed Hastings im Oktober des letzten Jahres.

    Die Lösung aus Sicht der Provider lautet daher: Bezahldienste.
    Internetfirmen sollen demnach Gebühren zahlen, damit der Datenverkehr priorisiert durchgeleitet wird.
    Oder eben ziemlich langsam, wenn die Internetdienste nicht zahlen wollen.
    Im Kern geht es also um die sogenannte „Paid Prioritisation“.
    Dass Provider bereits heute zu solchen Maßnahmen greifen, zeigt beispielhaft der Streit zwischen Netflix und den amerikanischen Providern.
    Mit strikten Vorgaben für die Netzneutralität wie in den USA wären solche Bezahldienste allerdings nicht zu realisieren.
    Dementsprechend lautet auch die Haltung der Telekom: „Was als Netzneutralität verkauft wird, ist in Wahrheit die Privilegierung großer amerikanischer Internetkonzerne.“

    Daher geht es beim Streit um die Netzneutralität im Kern um die Frage: Wer dominiert das Internet?
    Wird die Netzneutralität ausgehebelt, sind es letztlich die Provider, die den Datenfluss kontrollieren können – und es damit in der Hand haben, wie schnell ein Online-Dienst an das Internet angebunden ist oder welche Dienste einem Nutzer zur Verfügung stehen.
    Mit strikten Vorgaben werden die Provider hingegen zu reinen Datenlieferanten degradiert.
    Das ist zwar im Interesse von Nutzern und Unternehmen, die keine separaten Spezialdienste buchen müssen.
    Ebenso profitieren aber auch die großen Internetdienste wie Google und Netflix.

    Kollateralschäden
    Wenn sich die Mächtigen einer Branche beharken, drohen immer Kollateralschäden.
    Und nach Ansicht von Bürgerrechtsgruppen wie der Digitalen Gesellschaft kommen vor allem die Startups und kleine Internetdienste unter die Räder, wenn die Netzneutralität ausgehebelt wird.
    Der Grund: Wenn etwa die Streaming-Dienste von Google und Netflix eine digitale Überholspur bezahlen, um eine schnellere Anbindung an die Netze der Provider zu erhalten, sind sie im Vorteil gegenüber den Konkurrenten, die keine Gebühren zahlen wollen oder können.
    Und dies sind in erster Linie die kleinen Internetdienste und Startups, die in Europa ohnehin Mangelware sind.
    Die Konsequenz: Der Status quo im Netz wird zementiert, da die Eintrittsbarriere für neue Dienste erhöht wird.

    Doch es ist genau diese geringe Hürde, so Volker Trapp von Digitale Gesellschaft, die eine der Grundvoraussetzungen für den Erfolg des Internets darstellt.
    Selbst Konzerne wie Google oder Facebook sind einst als eine Art Garagenfirmen gestartet, deren Aufstieg ohne das offene Internet nicht möglich gewesen wäre.
    Solche Erfolgsgeschichten könnten in Europa jedoch nicht mehr geschrieben werden, sollten die Netzneutralität-Pläne der EU tatsächlich beschlossen werden.

    Mit Blick auf die Lage von europäischen Online-Diensten wäre das fatal.
    „Mit dieser Regelung hätte Amerika in den nächsten Jahrzehnten die Vormachtstellung im Internet sicher“, sagt Volker Trapp von Digitale Gesellschaft.
    Zudem würden die amerikanischen Internetdienste bald von den strikten Netzneutralitätsvorgaben in den USA profitieren, die die amerikanische Regulierungsbehörde FCC Anfang des Jahres beschlossen hat.
    Und die etwa die Einführung von digitalen Überholspuren untersagen.

    Die EU liefert keine Antwort
    So lässt sich derzeit etwa nur schwer bewerten, ob die EU-Pläne tatsächlich so verheerende Folgen für die europäische Online-Wirtschaft haben, oder lediglich der löcherige Status quo manifestiert wird.
    Sind etwa Abkommen wie die zwischen Netflix und den großen Providern mit den neuen EU-Regeln noch möglich?
    Zumindest im offenen Internet wohl nicht, da Bezahldienste im Form von „Paid Prioritisation“ untersagt sind.
    Provider dürfen den Traffic eines bestimmten Anbieters nicht schlechter behandeln, selbst wenn dieser wie bei Netflix oder YouTube enorm ausfällt .
    Im Rahmen eines Spezialdienstes wären solche Abkommen allerdings durchaus möglich, vermutet Volker Trapp von Digitale Gesellschaft.

    Ein weiteres Beispiel, das in den letzten Monaten für Aufsehen sorgte: Einige europäischen Mobilfunkbetreiber planen laut einem Bericht der Financial Times, dass bereits innerhalb der Rechenzentren ein Werbeblocker implementiert werden soll.
    So lässt sich verhindern, dass Webseiten und Apps auf mobilen Begleitern wie etwa Smartphones die meisten Werbeformen laden.
    Auf diese Weise wollen die Netzbetreiber vor allem Branchengrößen wie Google unter Druck setzen.
    Das Kalkül: Werden bei mehreren Millionen Mobilfunk-Kunden keine Werbebanner geladen, brechen die Umsätze ein.
    Und angesichts dieser Drohung wären die Internetdienste eher bereit, die Netzbetreiber an den Milliarden-Umsätzen zu beteiligen.
    Dass kleinere Angebote, die sich ebenfalls von Anzeigen finanzieren, schneller die Puste ausgehen würde als Google, spielt in den Überlegungen zumindest öffentlich noch keine Rolle.

    Auf den ersten Blick erscheint der Fall auch eindeutig: Wenn ein Provider so tief in den Datenverkehr eingreift, indem bestimmte Inhalte nicht übertragen werden, ist das ein Verstoß gegen die Netzneutralität.
    Allerdings bieten die EU-Pläne einige Lücken: So soll es den Providern etwa mit expliziter Zustimmung Nutzer gestattet werden, Inhalte wie Spam oder Pornographie zu blockieren.
    Würde Werbung nun als Spam deklariert werden, könnte sie dementsprechend blockiert werden, ohne gegen die Vorgaben der EU zu verstoßen.
    Allerdings ist dieser Passus noch umstritten, sodass nicht klar ist, ob dieser noch in den finalen Entwurf gelangt, der dann im Herbst beschlossen werden soll.
    Ebenso fraglich ist, ob die nationalen Aufsichtsbehörden wie etwa die Bundesnetzagentur bei so einem Winkelzug zustimmen.

    Dementsprechend fordert etwa Joe McNamee von der Bürgerrechtsorganisation European Digital Rights: „Die europäischen Institutionen sollten die rechtlichen Vorgaben nicht den nationalen Regulierungsbehörden und Gerichten überlassen.“
    Er begrüßt zwar, dass EU-Parlament den EU-Staaten einige Zugeständnisse beim Streit um die Netzneutralität abgerungen hat.
    Doch offene Streitfragen sollten noch geklärt werden, wenn das Gesetzpaket in die zweite Lesung des Parlaments geht.
    Ansonsten drohen langwierige Gerichtsstreitigkeiten.

    Eine Befürchtung, die nicht von der Hand zu weisen ist.
    Allein die genannten Gedankenspiel zeigen bereits, wie dehnbar die Regeln der EU derzeit sind.
    Und über allem schwebt die ungelöste Frage, ob die Spezialdienste tatsächlich eine technische Notwendigkeit sind.
    Oder lediglich der Versuch der Provider, ein neues Geschäftsmodell zu erschaffen.


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    Netzsperren: Telekom Austria muss weitere Internetseiten sperren !

    Der österreichische Marktführer A1 Telekom Austria wurde vom Handelsgericht Wien verpflichtet, den Zugriff auf vier weitere Internetseiten zu sperren.
    Gefordert hatte dies der Verband der Österreichischen Musikwirtschaft.

    Konkret geht es um die Sperrung des Zugangs zu thepiratebay.se, isohunt.to, 1337x.to und h33t.to.
    Der Verband der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) betont in einer Presseerklärung, dass es sich bei den vier Internetseiten um „strukturell rechtsverletzende Websites, auf denen es zu massiven Urheberrechtsverletzungen kommt.“ handelt.
    Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbands sieht in der Sperre eine „Für die weitere Entwicklung des Online-Musikmarktes ist das eine sehr erfreuliche Entscheidung.“

    Auf Anfrage des Internetportals Futurezone bekundete Telekom-Austria-Konzernsprecher Peter Schiefer, das Urteil unverzüglich umzusetzen und erklärte, wie bereits bei der Sperrung von kinox.to und movie4k im Oktober 2014 auf DNS-Sperren zu setzten.
    Die DNS-Sperren lassen sich etwa durch direkte Eingabe der IP-Adresse oder Nutzung der öffentlichen DNS-Server von Google umgehen.

    Erst Anfang Juli bestätigte der Oberste Gerichtshof erneut die durch den Europäischen Gerichtshof vorgegeben Grundsätze und sah davon ab, den EuGH ein zweites Mal mit der Frage nach Internetsperren anzurufen und stellte klar, dass Provider „sowohl in finanzieller als auch technischer Hinsicht“ für die Umsetzung von Internetsperren gerüstet sein müssen.


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    Der Traum vom freien Internet stirbt !

    Die Internet-Aktivistin Jennifer Granick zeichnete in ihrer Keynote zur Black Hat 2015 ein düsteres Bild über Zustand und Zukunft des Internet.
    Schuld gibt Granick sowohl Regierungen, die mit immer neuen Regulierungsvorschriften mehr Internetkontrolle anstreben, als auch der Gleichgültigkeit der Gesellschaft.

    Das Internet treibe durch stetig mehr Regulierung und mittlerweile kaum noch verdeckt praktizierte Zensur die gleiche Straße hinab, die bereits die Massenkommunikation durch übermäßige Zentralisierung zu großenteils nutzloser Information à la Facebook habe verkommen lassen.
    Es könne dabei genauso sinnentleert enden wie das heutige Fernsehen.
    Das ist der Tenor der Keynote von Rechtsanwältin und Aktivistin Jennifer Granick zur Eröffnung der Sicherheitskonferenz Black Hat 2015 in Las Vegas, die damit die zunehmende Banalität der Inhalte anspricht.
    Granick ist Direktorin der Abteilung Civil Liberties beim Center for Internet and Society an der berühmten Stanford Law School.

    Sie vergleicht die heutige Situation mit der vor 20 Jahren, als der Traum vom freien Internet vielen Menschen etwas bedeutete und Granick ihre erste Hacker-Konferenz Def Con besuchte.
    Die Aktivistin sah und sieht ihre Aufgabe darin, die Rechte von Menschen zu verteidigen, die durch Hacken von Soft- und Hardware dazu beitragen wollen, selbige sicherer zu machen.
    Der Traum von damals liege im Sterben, so Granick heute.
    Die breite Masse der Nutzer des Internet konsumiere lieber und sei an der Freiheit der Kommunikation nicht interessiert.

    Die Schuld am schleichenden Tod des freien Netzes werde durch Regelwerke wie den Computer Fraud and Abuse Act (CFAA), den Digital Millennium Copyright Act und die von den USA vorgeschlagenen Ergänzungen zum Wassenaar Arrangement aber ebenso vorangetrieben wie er durch die Gleichgültigkeit der Nutzer und deren Akzeptanz der Annehmlichkeiten und der Zentralisierung begünstigt wird.

    Diese Zentralisierung zeige sich darin, dass Nutzer lieber Facebook nutzen anstatt ein eigenes Blog zu unterhalten, lieber Gmail vertrauen anstatt sich verantwortlich um ihr Mailaufkommen zu kümmern und ihre mobilen Geräte lieber mit Apps vollstopfen, deren teils exzessive Berechtigungen blind abgenickt werden, als das Gerät zu rooten und Kontrolle auszuüben.
    Zudem teilen sie ihre Daten in der Cloud, die entgegen der Annahme zahlreicher Nutzer keine anonyme Masse sei, sondern von Unternehmen kontrolliert werde, die zunehmend auch das Internet kontrollieren.

    Dabei war Dezentralisierung in der DNA des frühen Internet angelegt.
    Wie Granick schätzten viele der frühen Nutzer gerade diese Eigenschaft.
    Während die Zentralisierung zunimmt, werden die Restriktionen und Strafen gegen Hacker im Namen der Sicherheit mit jedem neuen Abkommen ständig erhöht.
    Dabei werde völlig außer Acht gelassen, dass es die Hacker sind, die diese Sicherheit oft erst gewährleisten.
    Zudem träfen die Strafen, die der CFAA vorsieht, selten die kriminellen Hacker aus Russland oder China sondern die „good guys“ zu Hause.

    We have to declare that software users have the right to study and modify software and that laws like the CFAA not get in the way of that.

    Jennifer Granick
    Granick hat in den letzten Jahren viele Hacker verteidigt – die Liste reicht von Aaron Swartz bis zu Mike Lynn, der vor zehn Jahren auf der Black Hat 2005 Routerhersteller Cisco bloßstellte, weil dieser Sicherheitslücken in seinen Geräten vertuschte.
    Dazu hatte Lynn am Vortag der Präsentation seinen Job bei der Internet Security Systems (ISS) gekündigt, weil die Firma ihm den Vortrag untersagt hatte.


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    Telekom: Vectoring-Ausbau bis 2018 nur für 80 Prozent der Haushalte !

    Die Deutsche Telekom will den Vectoring-Ausbau beschleunigen und bis 2018 für 80 Prozent der Bevölkerung Anschlüsse anbieten, die Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s erreichen.
    Doch in ländlichen Regionen will der Konzern lediglich auf LTE setzen.

    So erklärt der Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme im Interview mit dem Focus, dass bereits heute vier Millionen Haushalte einen Anschluss mit der Vectoring-Technologie buchen können, um mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s zu surfen.
    Künftig plant die Telekom darüber hinaus den Einsatz von Super-Vectoring, um im Konkurrenzkampf mit den Kabelanbietern zu bestehen.
    „Mit Super-Vectoring werden wir noch einen Zahn zulegen und die Festnetzgeschwindigkeiten auf bis zu 250 Mbit/s steigern“, so van Damme.

    Wann diese Technologie eingeführt wird, ist aber noch nicht absehbar.
    Ohnehin müsse laut van Damme noch die Bundesnetzagentur diesen Ausbauplänen zustimmen.
    Bis dato verspricht die Telekom mit den Tarifen MagentaZuhause Hybrid zwar schon Geschwindigkeiten, die deutlich über 100 Mbit/s liegen, dch diese werden nur durch die Koppelung von VDSL-Festnetzanschlüssen und LTE erreicht.

    Die Vectoring-Pläne gelten allerdings nur für 80 Prozent der Haushalte in Deutschland.
    Bei den übrigen 20 Prozent – also vor allem ländliche Regionen, in denen sich der Festnetzausbau für den Konzern nicht rentiert – will die Telekom in erster Linie den LTE-Ausbau forcieren.
    Höhere Geschwindigkeiten sollen dann ebenfalls mit Hybrid-Tarifen erreicht werden.
    „Wo sich der Festnetzausbau absolut nicht rechnet, versorgen wir Gebiete mobil mit LTE.
    Hier hilft eine technische Kombination aus Festnetz und Mobilfunk“, so van Damme.

    Im Kern hält die Telekom also an der Strategie fest, für die der Konzern bereits in der Vergangenheit kritisiert wurde.
    Einer der Vorwürfe lautet, dass der Glasfaserausbau durch die Vectoring-Pläne ausgebremst werde.
    Zudem bemängeln die Vertreter von ländlichen Regionen, dass diese beim Breitbandausbau nach wie vor hinten anstehen und damit etwa für Unternehmen an Attraktivität verlieren – was mittel- bis langfristig einen erheblichen, wirtschaftlichen Nachteil darstellt.


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    All-IP-Umstellung: Vodafone will ISDN-Kunden nicht unter Druck setzen !

    Vodafone hat angekündigt, bei Bestandskunden in den nächsten Jahren keinen Umstieg von ISDN- auf IP-Anschlüsse erzwingen zu wollen.
    Das Angebot zielt strategisch auch auf den großen Konkurrenten Telekom, der bei dem Thema in der Kritik steht.

    Seit dem vergangenen Jahr drängt insbesondere die Telekom ihre Kunden, ihre analogen oder ISDN-Anschlüsse für einen IP-Anschluss einzutauschen.
    In einigen Fällen soll es bei Verweigerern der Umstellung zu Kündigungen gekommen sein.
    Und das nicht ohne Grund: Bis spätestens 2018 soll der Wechsel flächendeckend erfolgt sein.

    Vor diesem Hintergrund kündigt Vodafone eine längere Schonfrist an.
    Bis 2022 ist ein Umstieg auf einen IP-Anschluss bei dem Provider für Bestandskunden keine Pflicht.
    „Viele wollen ihre ISDN-Anschlüsse weiter nutzen – und haben dafür gute Gründe“, sagt Vodafone-Technik-Chef Eric Kuisch dazu.
    Zwangskündigungen wird es laut Vodafone nicht geben.
    Neukunden werden sich allerdings wie gehabt nicht mehr für die Technologie entscheiden können.

    Anders ist es bei den Firmenkunden.
    Für diese soll sogar gelten, dass bis zum Stichtag auch bei einem Wechsel zu Vodafone weiter ISDN-Anschlüsse gebucht werden können.
    „Unsere ISDN-Kunden sollen selbst entscheiden, wann sie das Netz wechseln“, erklärt Firmenkunden-Chef Philip Lacor.

    Strategisch ist die Positionierung Vodafones vor allem ein Angriff auf das Firmenkunden-Geschäft der Telekom.
    Denn während die Umstellung im Privatkundenbereich durch Neuverträge und Providerwechsel relativ reibungslos verläuft, sträuben sich viele Unternehmen gegen einen Wechsel.
    Schließlich nutzen gerade mittelständische Firmen die ISDN-Technologie häufig für Abrechnungssysteme und Kommunikationsanlagen.
    „Allein zwei Drittel aller Telefonanlagen in Firmen laufen nach wie vor auf ISDN“, so Lacor.

    Der Aufschub der Umstellung, heißt es bei Vodafone, soll ihnen die Zeit liefern, die Systeme ohne Druck umzustellen.
    Dazu will der Provider auch kulante Lösungen wie etwa einen parallelen Betrieb von All-IP und ISDN anbieten, bis alle Produkte und Anwendungen für einen endgültigen Wechsel bereit sind.


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